Die Frage lautet immer wieder: „Wie viele Liter brauche ich?“. Doch das ist die falsche Frage, denn Liter messen nicht das Gepäck. Sie messen das Volumen des Behälters.
Wirklich entscheidend ist etwas anderes: Wie viele Nächte du unterwegs bist und ob du im Zelt schläfst. Daraus ergibt sich die passende Größe von selbst.
Die Tabelle, die die Auswahl erleichtert
| So reist du | Volumen |
|---|---|
| Wochenende, zwei oder drei Nächte im Hotel oder B&B, allein | 40 L |
| Eine Woche ohne Camping oder ein Wochenende zu zweit | 50 L |
| Eine Woche mit Zelt und Schlafsack oder zwei Wochen ohne Camping | 66 L |
| Lange, autarke Reise: Zelt, Isomatte, Kocher, Wechselkleidung | 90 L |
Die praktische Regel, die fast immer funktioniert: Zelt und Schlafsack rechtfertigen allein schon den Wechsel zur nächstgrößeren Größe. Wenn du auf deiner Reise draußen übernachten willst, nimm das Volumen aus der Zeile über der Größe, die du sonst gewählt hättest.
Warum eine große Größe hier kein Fehler ist

Bei den meisten Hecktaschen bezahlt man die Wahl des großen Volumens jeden Tag: Halb leer wird sie zu einem Ballon, der hinter dem Rücken hin und her schwingt und dem Wind viel Angriffsfläche bietet.
Hier wird das Problem mechanisch durch das frontseitige Entlüftungsventil gelöst. Nach dem Schließen des Rolltops lässt das Ventil überschüssige Luft entweichen: Die Ladung wird komprimiert und die Tasche passt sich dem tatsächlichen Inhalt statt ihrem Nennvolumen an. Das ist der technische Grund, warum du bei dieser Serie eine größere Größe wählen kannst, ohne an den Tagen mit wenig Gepäck dafür einen Nachteil in Kauf zu nehmen.
Eine Grenze, die kein Ventil beseitigt, bleibt bestehen: Eine große, voll beladene Tasche bedeutet viel Gewicht weit hinten. Neunzig Liter bis oben beladen entlasten das Vorderrad und machen sich auf der Autobahn bemerkbar. Das große Volumen dient dazu, bei Bedarf Platz zu haben – nicht dazu, die Tasche immer voll zu packen.
IPX6: Was es bedeutet und was nicht
„Wasserdicht“ allein ist keine Messgröße. IPX6 schon, und das bedeutet etwas Bestimmtes: Schutz gegen Hochdruck-Wasserstrahlen, also gegen starken Regen, Spritzwasser vom Rad und das Waschen. Es bedeutet nicht Schutz beim Untertauchen: Dafür ist IPX7 erforderlich, eine andere Schutzklasse.
Für eine Tasche, die auf dem Heck sitzt, ist IPX6 genau die richtige Schutzklasse. Unter dem Sitz erreicht sie kein Wasser aus einer Furt.
Entscheidend ist, wie dieser Wert erreicht wird. Der Korpus besteht aus technischem PVC mit Hochfrequenzschweißnähten, ganz ohne Nähte. Das ist der Punkt, der eine wasserdichte Tasche von einer wasserabweisenden Tasche unterscheidet: Wo keine Nadel den Stoff durchstochen hat, gibt es auch kein Loch, das abgedichtet werden muss. Kein aufgeschweißtes Band, das sich nach zwei Saisons ablöst, weil es nichts zu verkleben gibt.
Der Rolltop muss sorgfältig geschlossen werden, sonst gilt der angegebene Schutzgrad nicht.
Das ist der Hinweis, den der Hersteller schriftlich festhält, und der häufigste Grund, warum eine wasserdichte Tasche ihren Inhalt nass macht: Der Rand muss mehrere vollständige Umdrehungen aufgerollt und mit beiden Schnallen geschlossen werden. Eine einzige Umdrehung oder nur eine geschlossene Schnalle – und die angegebene Dichtigkeit ist nicht mehr gewährleistet.
Der Verschluss ist ein patentierter magnetischer Rolltop-Verschluss: Die Magnete sind im Rand eingelassen und greifen beim Aufrollen automatisch ineinander. Der Vorteil zeigt sich besonders mit Winterhandschuhen, denn dann wird ein Verschluss wirklich auf die Probe gestellt.
So wird sie befestigt
Die Anleitung beschreibt drei Verfahren. Bei zwei davon werden die im Lieferumfang enthaltenen Schnellverschlussschnallen verwendet, die an den festen Punkten an den Seiten des Hecks eingehakt werden. Beim dritten werden die Schnallen des Deckels durch nicht elastische Gurte von Drittanbietern geführt, wenn du dein eigenes System weiterhin verwenden möchtest.
Zwei Hinweise gelten für alle drei Methoden, und sie verhindern die wirklich großen Schäden: Halte die Befestigungspunkte vom Auspuff fern und bündele überschüssiges Gurtband, denn ein loses Ende, das ins Rad oder in die Kette gerät, ist die dümmste Art, eine Reise zu ruinieren.
Die Farbe ist keine ästhetische Entscheidung

Die Hecktasche ist der größte Gegenstand, den ein Auto von dir sieht, wenn es dir folgt. Auf einem voll beladenen Motorrad ist sie buchstäblich deine hintere Fläche.
Die reflektierenden Einsätze befinden sich auf allen Seiten, deshalb funktioniert Schwarz auch nachts. Tagsüber jedoch machen dich Gelb oder Militärgrün bei Regen oder diffusem Licht sichtbar – auf eine Weise, die Schwarz nicht kann. Wenn du viele Kilometer auf der Autobahn oder im Winter fährst, solltest du zweimal überlegen, bevor du aus Gewohnheit Schwarz nimmst.
Die Details, die man wirklich nutzt
- Trennfach für trockene und nasse Sachen. Der durchnässte Regenanzug und die saubere Kleidung teilen sich nicht denselben Platz. Diese Funktion weißt du am Abend des zweiten Tages zu schätzen.
- Doppelte Seitentaschen für alles, was du brauchst, ohne das Hauptfach zu öffnen.
- Abnehmbarer Schultergurt. Wenn du vom Motorrad steigst, wird sie zu einer Reisetasche: Du trägst sie mit einem Handgriff ins Zimmer, statt mit vollen Händen hin und her zu laufen.
Wie viel kostet es?
| Volumen | Preis |
|---|---|
| 40 L | 54 € |
| 50 L | 58,50 € |
| 66 L | 63 € |
| 90 L | 72 € |
Zwischen 40 und 66 Litern liegen neun Euro. Anders gesagt: Der Sprung zur nächstgrößeren Größe kostet weniger als eine Tankfüllung – und genau deshalb lohnt sich bei zwei aufeinanderfolgenden Volumen fast immer die größere Variante; das Entlüftungsventil bringt sie ohnehin wieder auf die Größe der Ladung.
Sieh dir den wasserdichten Heckkoffer an →
Wenn du verstehen möchtest, wie sie sich in das übrige Gepäck einfügt – Crashbar-Taschen, Tanktasche, Seitenkoffer –, findest du hier den Überblick: semisteife Koffer und Weichgepäck.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Liter sollte eine Hecktasche fürs Motorrad haben?
40 Liter für ein Solo-Wochenende ohne Camping, 50 für eine Woche im Hotel oder ein Wochenende zu zweit, 66 für eine Woche mit Zelt, 90 für lange, autarke Reisen. Zelt und Schlafsack allein rechtfertigen bereits den Sprung zur nächstgrößeren Größe.
Wird eine halb leere 90-Liter-Tasche sperrig?
Nicht bei dieser Serie: Das vordere Entlüftungsventil lässt nach dem Schließen des Rolltops die Luft entweichen, die Ladung wird komprimiert und die Tasche passt sich dem tatsächlichen Inhalt an.
Bedeutet IPX6, dass ich die Tasche eintauchen kann?
Nein. IPX6 steht für die Beständigkeit gegen Hochdruck-Wasserstrahlen, also gegen starken Regen und Spritzwasser. Für das Eintauchen ist die Schutzart IPX7 erforderlich.
Warum sind nahtlose Schweißnähte wichtig?
Weil jede Naht eine Reihe von Löchern im Gewebe darstellt und mit Bändern abgedichtet werden muss, die sich mit der Zeit lösen. Beim Hochfrequenzschweißen wird das Gewebe nie durchstochen, sodass keine undichten Stellen gewartet werden müssen.
Wie befestigt man eine Hecktasche am Motorrad?
Mit den mitgelieferten Schnellverschlussgurten, die an den festen Punkten seitlich am Heck befestigt werden. Die Anleitung beschreibt drei Vorgehensweisen, von denen eine mit nicht elastischen Gurten von Drittanbietern kompatibel ist. Die Befestigungspunkte müssen vom Auspuff ferngehalten und überschüssiges Gurtband muss aufgerollt werden.
Braucht man für die Montage einen Gepäckträger?
Nein. Sie liegt auf dem Soziussitz oder, falls vorhanden, auf dem Gepäckträger auf. Du brauchst lediglich seitliche Befestigungspunkte am Heck, an denen die Gurte fixiert werden.
Verändert die Farbe etwas außer der Optik?
Ja. Reflektierende Einsätze befinden sich bei jeder Farbe an allen Seiten, aber tagsüber sowie bei Regen oder diffusem Licht erhöhen Gelb und Militärgrün die Sichtbarkeit gegenüber Schwarz.
Wenn du unsicher bist, ob das Volumen oder die Befestigungspunkte für dein Motorrad passen, schreib uns Marke, Modell und Baujahr: Wir helfen dir, bevor du bestellst.


























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