Kurz gesagt. Bei einem tragbaren Motorradkompressor kommt es auf vier Dinge an: Wie lange er braucht, um einen leeren Reifen wieder auf Druck zu bringen, woher er seinen Strom bezieht, ob er beim eingestellten Druck automatisch abschaltet und wie viel Platz er in der Tasche einnimmt. Der maximale PSI-Wert ist wenig relevant: Ein Motorradreifen arbeitet bei etwa 2-3 bar, nicht bei 10.
Auf Endurrad gibt es nur einen Kompressor, den LOBOO CP06: 294 g, 12 V, automatischer Stopp, einstellbarer Motorradmodus von 2 bis 55 PSI. Er funktioniert an jedem Motorrad mit einer 12-V-Batterie, hat keinen internen Akku und repariert keine Reifenpannen: Er pumpt auf. Hier findest du die Kriterien für die Auswahl sowie die angegebenen und nicht angegebenen Grenzen.
Letzte Aktualisierung: 1. Oktober 2026.
Einen Motorradkompressor wählt man nach fünf Zahlen aus, nicht nach dem maximalen PSI-Wert
Die Datenblätter von Luftpumpen werben mit 150 PSI, weil dies die höchste Zahl ist, die man angeben kann. Für einen Motorradreifen ist das nahezu irrelevant.
Ein Druck von 2,5 bar entspricht etwa 36 PSI. Die Skala bis 150 PSI (etwa 10,3 bar) gilt nur für den freien Modus des CP06, der für Bälle und allgemeine Anwendungen gedacht ist. Der Motorradmodus startet mit einem Standardwert von 2,5 bar (37,5 PSI) und lässt sich von 2 bis 55 PSI einstellen; der Automodus reicht bis 65 PSI, der Fahrradmodus bis 120, der Ballmodus bis 15. Was einen nützlichen Kompressor von einem unterscheidet, der am Boden der Tasche liegen bleibt, sind fünf weitere Parameter.
| Parameter | Warum das unterwegs wichtig ist | CP06 (Angabe von LOBOO) |
|---|---|---|
| Förderleistung | Bestimmt, wie lange du wartest, oft bei Kälte oder im Regen | 35 Liter pro Minute |
| Stromversorgung | Ohne Stromversorgung an Bord ist der Kompressor nutzlos | 12 V: Zigarettenanzünder oder Batterieklemmen mit Kabel und Ringösen, kein interner Akku |
| Automatischer Stopp | Verhindert ein Überpumpen, während du mit dem Rad beschäftigt bist | Ja, beim Erreichen des eingestellten Werts; fünf Modi (Motorrad, Auto, Fahrrad, Bälle, frei) |
| Abmessungen und Gewicht | Wenn es unpraktisch ist, bleibt es zu Hause | 294 g, 156,6 × 47,7 × 45,5 mm |
| Anzeige und Genauigkeit | Ein falscher Reifendruck von 0,3 bar macht sich in Kurven bemerkbar | PSI oder bar, angegebene Genauigkeit ±1 PSI |
Ein Hinweis zur Genauigkeit: ±1 PSI entsprechen etwa 0,07 bar. Das reicht im Notfall aus, um einen Reifen auf den im Handbuch angegebenen Wert zu bringen, für eine genaue Einstellung sollte man jedoch trotzdem mit einem geeichten Manometer nachprüfen, wie auch die Reifenhersteller empfehlen.
Der CP06 gibt vier Minuten an, um einen vollständig entleerten Reifen auf 2,5 bar zu bringen.
Das ist der Test, den LOBOO veröffentlicht hat, und er sollte als das gelesen werden, was er ist: ein Herstellertest, keine unabhängige Messung.
Im von LOBOO zeitlich erfassten Test an einem Reifen 150/70 R17 von 0 auf 2,5 bar benötigt der CP06 etwa vier Minuten. Die beiden Vergleichsgeräte benötigen etwa 6 Minuten und 50 Sekunden (ein als «peer inflator pump 1S» bezeichnetes Modell) beziehungsweise etwa 4 Minuten und 45 Sekunden (ein Modell mit Zigarettenanzünderanschluss). Da wir Marke und Modell der Wettbewerber nicht kennen, sagt der Vergleich wenig darüber aus, welches Gerät auf dem Markt besser ist, und viel darüber, was dich erwartet: wenige Minuten, keine Sekunden.
Der Hersteller gibt außerdem an, dass der Schlauch nach dem Aufpumpen kühler bleibt (46,7 °C gegenüber 62,6 °C bei einem gewöhnlichen Schlauch, gemessen mit einer Wärmebildkamera an einem vollständig entleerten Motorradreifen, der auf 2,5 bar aufgepumpt wurde) und dass die Geräuschentwicklung in einem Meter Abstand unter 75 dB liegt. Diese Angaben helfen einzuschätzen, ob du den Schlauch anfassen kannst, ohne dich zu verbrennen, sind aber keine Kriterien für die Auswahl.
Passt es an mein Motorrad: Es wird nur eine 12-V-Batterie benötigt, kein spezieller Anschluss
Da keine Montage erforderlich ist, gibt es nur eine Frage: Woher bekommt das Gerät Strom?
Der CP06 lässt sich auf zwei Arten anschließen: an die Zigarettenanzünderbuchse (oder an die serienmäßige 12-V-Steckdose, falls dein Motorrad eine hat) oder direkt an den Plus- und Minuspol der Batterie mit dem mitgelieferten Kabel mit Ringösen. Die zweite Lösung sollte man für Motorräder ohne Steckdose im Hinterkopf behalten. Bei Adventure-Motorrädern mit der Batterie unter der Sitzbank oder hinter einer Abdeckung lohnt es sich, den Zugang einmal zu Hause auszuprobieren, nicht erst im Dunkeln nach einer Reifenpanne.
Der Vorgang umfasst vier Schritte: Stromversorgung anschließen (der Kompressor wechselt in den Standby-Modus), den Schlauch am Ventil festschrauben, mit der Taste M den Modus auswählen und den Druck einstellen, dann mit einer Berührung starten: Beim eingestellten Wert stoppt das Gerät automatisch.
- Mit der 12-V-Steckdose des Motorrads: Prüfe im Handbuch deines Motorrads die maximale Belastbarkeit der Steckdose, da die Stromaufnahme des CP06 im Datenblatt nicht angegeben ist.
- Mit den Klemmen: Das Kabel mit Ringösen darf erst bei der Verwendung angeschlossen werden; dabei sind Plus- und Minuspol zu beachten.
- Motor möglichst laufen lassen: Das ist unsere vorsichtige Empfehlung, keine Vorgabe des Herstellers, damit die Batterie am Ende des Tages nicht zu stark belastet wird.
- Batterie: Wenn das Motorrad längere Zeit abgestellt war und der Motor nur schwach startet, hat der Kompressor keine Priorität. Hier erfährst du, wie du die Motorradbatterie pflegst, und findest das C20Pro-Mini-Ladegerät.
Der Kompressor ergänzt das Pannenset, ersetzt es aber nicht.
Einen undichten Reifen aufzupumpen bedeutet nicht, dass er repariert ist.
Bei einem Tubeless-Reifen lässt sich die häufigste Reifenpanne (Nagel oder Schraube in der Lauffläche) mit Reparaturstreifen oder Dichtmittel beheben; anschließend wird der Reifendruck wiederhergestellt: Genau dafür brauchst du den Kompressor. Bei einem Schlauchreifen ist alles anders: Der Kompressor kommt am Ende des Eingriffs zum Einsatz, nachdem der Schlauch ausgebaut und ersetzt wurde. Um herauszufinden, welches System für dich besser geeignet ist, lies den Beitrag Schlauch oder Tubeless bei der Adventure.
Eines sollte klar gesagt werden: Die Reparatur vor Ort ist vorläufig. Pirelli empfiehlt in seinen FAQ, den Reifen jedes Mal zu ersetzen, wenn er beschädigt wurde, und nennt Reparaturkits als Lösung für spezialisierte Händler. Verwende den Kompressor, um zur Werkstatt zu gelangen, nicht, um die Fahrt mit dem notdürftig reparierten Reifen fortzusetzen.
Am Straßenrand zählt abends auch das Licht: Der CP06 verfügt über eine integrierte LED mit Dauerlicht- und SOS-Modus, die durch langes Drücken der Taste aktiviert werden.
Das LOBOO-Reparaturkit für Tubeless-Reifen ist im Katalog einschließlich der entsprechenden Nachfüllpackungen derzeit ausverkauft: Aktuelle Verfügbarkeiten findest du bei den LOBOO-Angeboten. Wenn du stattdessen wissen möchtest, was du zusätzlich zum Kompressor in die Tasche packen solltest, sind der Ratgeber zum Motorrad-Werkzeugset und die aufrollbare LOBOO-Werkzeugtasche ein guter Ausgangspunkt.
Was du erhältst und wann du dich besser für etwas anderes entscheidest
Der CP06 kostet im Katalog 49,00 € (Preis und Verfügbarkeit am 1. Oktober 2026, 2 Stück).
| Bezeichnung | Detail |
|---|---|
| Lieferumfang | Anschlüsse für ein amerikanisches und französisches Ventil, Ballnadel, Ringkabel für Batterieklemmen |
| Druck | Motorradmodus 2-55 PSI (Standard: 2,5 bar); freier Modus 2-150 PSI; Anzeige in PSI oder bar |
| Licht | Notfall-LED, dauerhaftes Licht oder SOS-Blinklicht |
| Angegebene Kennzeichnungen | CE, FCC, RoHS; Konstruktion gemäß GB4706.1 |
| Nicht enthalten | Integrierter Akku, Reparaturset, separates Manometer |
Wähle etwas anderes, wenn du nicht von der Motorradbatterie abhängig sein möchtest, zum Beispiel eine Handpumpe oder einen Reifenfüller mit eigenem Akku: Diese Lösungen sind langsamer oder sperriger, und Endurrad führt sie nicht im Sortiment. Wenn du hingegen den Druck jedes Reifens ohne Anhalten wissen möchtest, reicht der Kompressor nicht aus: Die kontinuierliche Messung übernehmen TPMS-Sensoren.
Der Reifendruck wird bei kaltem Reifen kontrolliert - und häufiger, als man denkt
Michelin empfiehlt, den Reifendruck bei kaltem Reifen zu kontrollieren, also wenn das Motorrad mindestens zwei Stunden gestanden hat oder weniger als 3 km mit niedriger Geschwindigkeit gefahren ist, und zwar alle zwei Wochen sowie vor langen Fahrten. Wenn du bei warmem Reifen misst, empfiehlt Michelin, etwa 0,3 bar zum Kaltwert hinzuzurechnen. Pirelli verweist auf die im Handbuch des Motorrads angegebenen Werte des Motorradherstellers, ohne universelle Zahlen vorzuschlagen.
Die praktische Regel ist also einfach: Wert aus dem Handbuch, bei kaltem Reifen messen, mit dem Kompressor nachjustieren. Ein kleiner Kompressor ändert diese Regeln nicht, sondern macht sie überall anwendbar.
Häufig gestellte Fragen zu tragbaren Motorradkompressoren
Welcher Kompressor ist für ein Adventure-Motorrad geeignet?
Einen mit 12 V, der einen Reifen mit 2-3 bar in wenigen Minuten auf den richtigen Druck bringt, sich automatisch abschaltet und in eine Seitentasche passt. Die maximalen 150 PSI sind kaum relevant. Der CP06 gibt etwa 4 Minuten von vollständig entleert auf 2,5 bar bei einem Reifen der Größe 150/70 R17 an.
Wie viele bar oder PSI soll ich in den Reifen füllen?
Die Angaben aus dem Handbuch deines Motorrads, bei kalten Reifen gemessen. Pirelli verweist auf die Werte des Motorradherstellers; Michelin empfiehlt, bei Messung am warmen Reifen etwa 0,3 bar zum Kaltwert hinzuzurechnen. 1 bar entspricht etwa 14,5 PSI.
Funktioniert der CP06, ohne das Motorrad einzuschalten?
Ja, solange die Batterie ausreichend Leistung liefert: Er hat keinen integrierten Akku und bezieht 12 V über die Steckdose oder die Klemmen. Damit die Batterie am Tagesende nicht zu stark belastet wird, empfehlen wir vorsichtshalber, ihn nach Möglichkeit bei laufendem Motor zu verwenden; das ist keine Herstellerangabe.
Wie lange dauert es, einen Motorradreifen aufzupumpen?
LOBOO gibt etwa 4 Minuten an, um einen Reifen der Größe 150/70 R17 von 0 auf 2,5 bar aufzupumpen. Das ist ein Herstellertest: Bei einem Vorderreifen dauert es weniger, bei einem Autoreifen länger.
Schaltet er sich beim Erreichen des eingestellten Drucks automatisch ab?
Ja, laut Herstellerangabe. Es gibt fünf Modi (Motorrad, Auto, Fahrrad, Bälle, frei) mit voreingestelltem Wert und einstellbarem Bereich: für Motorräder von 2 bis 55 PSI, standardmäßig 2,5 bar.
Ist er für Autoreifen geeignet?
Er ist für Motorräder und Autos geeignet (Automodus bis 65 PSI), aber ein kleines Gerät: Bei einem Autoreifen dauert es länger. Für den täglichen Einsatz am Auto ist ein größerer Kompressor praktischer.
Repariert ein Kompressor eine Reifenpanne?
Nein. Er stellt den Druck wieder her. Eine schlauchlose Reparatur erfolgt mit Würsten oder Dichtmittel und bleibt provisorisch: Pirelli empfiehlt, den Reifen nach einer Beschädigung auszutauschen.
Ist ein Kompressor oder eine Handpumpe besser?
Der Kompressor ist schneller und weniger anstrengend, hängt aber von der Motorradbatterie ab. Die Handpumpe ist unabhängig von allem, erfordert bei einem drucklosen Motorradreifen jedoch Zeit und Kraft. Wenn du oft weit entfernt von Werkstätten unterwegs bist, ist der Kompressor die bessere Wahl.
Welche Ventile werden unterstützt?
Im Lieferumfang sind Anschlüsse für Autoventile und französische Ventile sowie eine Ballnadel enthalten.
Wo bewahre ich ihn am Motorrad auf?
Er misst 156,6 × 47,7 × 45,5 mm und wiegt 294 g: Er passt in eine Seitentasche, unter die Sitzbank oder in eine Werkzeugtasche wie die rollbare LOBOO-Werkzeugtasche.
Ist er laut?
LOBOO gibt weniger als 75 dB in einem Meter Entfernung an. Das ist eine Herstellerangabe und sollte als Größenordnung verstanden werden.
Kompressor oder TPMS-Sensoren: Was braucht man zuerst?
Das sind zwei verschiedene Dinge. Der Kompressor stellt den Druck wieder her, die Sensoren zeigen ihn kontinuierlich an. Wer mit einem voll beladenen Motorrad unterwegs ist, profitiert stärker von der Kombination, aber der Kompressor ist die erste Anschaffung, wenn keinerlei Aufpumpmöglichkeit vorhanden ist.
Bereite das Pannenset vor der Abfahrt vor
Wenn du dein Motorrad für eine Reise vorbereitest, ist der Kompressor ein wichtiger Baustein: Ergänze ein Reparaturset, die Werkzeugtasche und, wenn du den Reifendruck während der Fahrt kontrollieren möchtest, Sensoren. Schreib uns Modell und Baujahr deines Motorrads, und wir sagen dir, was du wirklich mitnehmen solltest.
Weitere Informationen: Schlauch oder schlauchlos · Motorrad-Werkzeugset · TPMS-Sensoren für Motorräder



























Teilen:
Kove 800X 2026: Unterschiede zwischen GT, GT Touring, Pro und Rally sowie Vorbereitung fürs Reisen
Abenteuer-Motorräder A2 2026: BMW F 450 GS, CFMOTO 450MT, KTM 390 Adventure R, Morini Alltrhike und Himalayan 450 im Vergleich